Transition
Im Unterschied zu anderen Berufsgruppen müssen sich Tänzer nach einer relativ kurzen aktiven Bühnenlaufbahn beruflich neu orientieren (Transition). Oft in einem Alter, in dem in anderen Berufen erst richtig durchgestartet wird.
So bestimmen während und zum Ende der Karriere oft Zweifel, Unsicherheit, große Leere und viele Fragen das Tänzerleben. Was kommt danach? Wer hilft durch den Dschungel aus Institutionen, Paragraphen und Richtlinien? Wo gibt es Beratung, Unterstützung, Begleitung, Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für einen erfolgreichen Transitionprozess?
Wir sind Wegbegleiter und Unterstützer vom Ausbildungsbeginn über jedes Stadium der Karriere bis zum Abschluss des Transitionprozesses. Wir sind für alle Berufstänzer offen, ob festangestellt oder freiberuflich tätig, ob an städtischen Bühnen, an Staatstheatern, beim Musical, Film oder Fernsehen.
Förderung und Stiftungszweck
Tanz ist eine bedeutende Komponente des kulturellen Lebens jeder Gesellschaft, eine Kunstform ohne sprachliche Barrieren. In Deutschland leisten Tanzschaffende aller Nationalitäten als Mittler zwischen den Kulturen einen bedeutenden Beitrag zur Festigung und Stabilität innerhalb der wachsenden europäischen Gemeinschaft. Jenseits von Sprachbarrieren repräsentiert der künstlerische Tanz in seiner großen Vielfalt die Bundesrepublik Deutschland auf der ganzen Welt.
Zweck der Stiftung ist die Förderung von Bildung und Erziehung, Volks- und Berufsbildung sowie Förderung mildtätiger Zwecke im Bereich des künstlerischen Tanzes. Die Stiftung dient ausschließlich und unmittelbar dem gemeinnützigen Zweck, Tänzer und Tänzerinnen während der Ausbildung und der Karriere in ihrer künstlerische Entfaltung und Leistungsfähigkeit zu fördern und nach Beendigung der aktiven tänzerischen Laufbahn und während des Übergangs in einen neuen Beruf (= Transition) ideell und materiell durch alle dazu geeigneten Maßnahmen zu fördern. Dies als Ausgleich für die Inanspruchnahme durch die Gesellschaft sowohl bei nationaler und internationaler Repräsentanz wie auch als Mittler der Kulturen.
Die Stiftung TANZ -Transition Zentrum Deutschland fördert somit die Perspektive und Attraktivität des künstlerischen Tanzberufes für den Nachwuchs und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Vielfalt und Leistungsfähigkeit des künstlerischen Tanzes in Deutschland. Sie stärkt die Lobby des Tanzes und fördert die gesellschaftliche Anerkennung des Tanzes.
Satzung
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Jahresberichte
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Weitere Jahresberichte
2020, 2019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2014
Geschichte
‘Transition’ ist im Berufsleben von Bühnentänzern unvermeidlich. Tänzerinnen und Tänzer müssen sich, im Unterschied zu vielen anderen Berufsgruppen, nach einer relativ kurzen aktiven Zeit auf der Bühne beruflich neu orientieren. Jeder professionelle Tänzer wird daher mit Umschulung und Weiterbildung (Transition) konfrontiert.
Tanzen ist mehr als nur ein Job. Für einen Tänzer bedeutet sein Beruf: Berufung. Er definiert sein Leben und seine Person über das Tanzen. Die frühe Ausbildung vom Kindesalter an, die körperlichen Höchstleitungen und die Intensität des Tanzens bestimmen ganz und gar den künstlerischen Alltag des Tänzers und bieten nur geringe Möglichkeiten einer frühzeitigen Orientierung auf einen zweiten Beruf.
Und so bestimmen während und am Ende der Karriere oft Zweifel, Unsicherheit und oft große Leere das Leben des Tänzers. Was kommt danach? Wer hilft im Dschungel der Institutionen und Paragraphen? Wo gibt es Hilfe, Unterstützung, Begleitung, Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für einen erfolgreichen Transition-Prozess? Wo gibt es Hilfe bei tanzbedingten sozialen Härten und Altersarmut? Wie lässt sich als freischaffender Künstler, der oft nicht einmal vom Sozialversicherungssystem erfasst ist, eine berufliche Neuorientierung finanzieren? Wie lässt sich ein Studium finanzieren?
Den Bedarf erkennend initiierte die AG ‚Transition und soziale Aspekte‘ des Dachverbandes Tanz- Ständige Konferenz e.V. und der Ballett- und Tanztheaterdirektorenkonferenz (BBTK), unterstützt vom Fonds Darstellende Künste e.V., eine Projektstudie „Modellentwicklung Transition Zentrum Tanz Deutschland“ zur Ermittlung des Bedarfs zur Gründung eines Transition Zentrums für den professionellen Tanz in Deutschland (erschienen im März 2008, Abruf unter www.dachverband-tanz.de.
Als nächster Schritt der Gründungsinitiative erfolgte mit Unterstützung von Tanzplan Deutschland, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, ein Workshop mit den für Transition relevanten Ministerien und Institutionen. Damit nahm die Initiative eine Handlungsempfehlung der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland’ auf, die mit Bezug auf die Studie dem Bund und den Ländern empfiehlt, „Tänzer während und nach der Tanzkarriere durch die Errichtung einer entsprechenden Stiftung TRANSITION auf der Grundlage der Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Transition und soziale Aspekte“ zu unterstützen.“ (BT-D.16/7000, S. 321)
Die Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland wurde am 19. Januar 2010 mit privaten Mitteln gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.
Dem Vorstand und Kuratorium gehören Persönlichkeiten aus den Bereichen Tanz, Kunst, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft an.
Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung ist John Neumeier, Ballettdirektor und Chefchoreograph des Hamburg Ballett.
Vorstand

Sabrina Sadowska
Vorstandsvorsitzende und Stifterin
Sabrina Sadowska erhielt ihre Ausbildung als Tänzerin und Ballettpädagogin in ihrer Heimatstadt Basel. Es folgten Engagements als Tänzerin in Trier, Bremerhaven und Halle an der Saale. Als Mitglied der Leitung war sie ab 1997 als Ballettmeisterin und ab 1999 als Stellvertretende Ballettdirektorin beim Ballett Vorpommern tätig. Von 2001 bis 2016 war sie Kuratorin und Organisationsleiterin des Newcomer – Festivals “Tanztendenzen” in Greifswald und von 2004 bis 2013 Jurymitglied und Jurypräsidentin für Tanzstipendien von “Migroskulturprozent” in der Schweiz. Mit Beginn der Spielzeit 2013/2014 wechselte sie nach Chemnitz, zunächst als Ballettbetriebsdirektorin und 1. Ballettmeisterin. 2013 absolvierte sie das berufsbegleitende Studium Theater- und Musikmanagement an der Ludwig-Maximilian-Universität München. Sie gründete und leitet das Festival “TANZ | MODERNE | TANZ” – Internationale Plattform für zeitgenössischen Tanz in Chemnitz. Seit der Spielzeit 2017/2018 ist sie Ballettdirektorin an den Theatern Chemnitz. Für das Ballett Chemnitz kreierte sie u. a. die Ballette Der Nussknacker, Schwanensee (mit Eno Peci), Love Me or Leave Me, Lampenfieber, Cinderella, Elisa und die wilden Schwäre, Rhapsody in C, Odyssee in C und Der Blaue Vogel oder die Suche nach dem Glück.
Ein besonderes Anliegen ist ihr der berufliche Wiedereinstieg von Tänzerinnen und Tänzern nach ihrer Tanzkarriere (Transition). Sabrina Sadowska ist Stifterin und Vorstandsvorsitzende der Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins TANZ | MODERNE | TANZ e.V., Mitglied des Rotary Club Chemnitz Schlossberg. Sie engagierte sich als Programmrat- und Kuratoriumsmitglied im Bewerbungsprozess der Stadt Chemnitz um den Titel Kulturhauptstadt Europas Chemnitz2025. 2016 erhielt sie die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und 2023 der Verfassungsmedaille des Freistaates Sachsen.

Inka Atassi
stellv. Vorstandsvorsitzende und Stifterin
wurde zur staatlich geprüften Bühnentänzerin in Hannover ausgebildet.
Ab 1985 war sie Tänzerin an den Staatstheatern Hannover und Braunschweig, am Polski Teatr Tańca-Balet Poznański, am Opernhaus Halle und in freien Gruppen, u.a. Nick-Haberstich-Compagnie Freiburg, Compagnie Britta Hoge. Nach ihrem Studium der Theaterwissenschaft und Kulturwissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin gründete sie den Dionysos e.V. mit dem sie mehrere Jahre lang unterschiedliche Theaterprojekte deutschlandweit förderte und zur Aufführung brachte. Außerdem absolvierte sie eine Yogalehrer-Ausbildung in Berlin. Heute ist sie im Bereich des Vermögensmanagements tätig.

Ulrike Schmidt
Opernstiftung der Staatsoper Hamburg, Geschäftsführerin seit 2021. Sie wurde in Leverkusen geboren. Nach einem betriebswirtschaftlichen Studium arbeitete sie von 1978 bis 1986 als Referentin für Ballett und Musik in der Kulturabteilung der Bayer AG und organisierte in dieser Funktion u.a. das Internationale Sommer-Tanzfestival in Nordrhein-Westfalen. Im April 1987 übernahm sie die Leitung des Konzert- und Ballettreferats der Salzburger Festspiele und arbeitete unter anderem unter Herbert von Karajan. 1991 wechselte sie zum HAMBURG BALLETT, wo sie 30 Jahre als Betriebsdirektorin und stellv. Intendantin die Geschicke des Hamburg Balletts zusammen mit John Neumeier leitete. Sie ist Gründungsmitglied der I.O.T.P.D. (International Organization for the Transition of Professional Dancers) und seit Gründung Vorstandsmitglied der Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland. Seit 2003 Mitglied im Hochschulrat der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Seit 2007 Beirat des “Kultwerk West” in Hamburg.
Geschäftsstelle

Eilika Leibold ist Psychologin und approbierte Psychotherapeutin. Studium der Psychologie, Theaterwissenschaften, Dramaturgie und Philosophie in Amsterdam. Weiterbildung in Verhaltenstherapie und Schematherapie in Frankfurt am Main. Bisherige Tätigkeiten als Therapeutin, Paarberaterin, Lebenscoach, Selbsterfahrungsanleiterin, Dozentin und Mentor für junge Theaterwissenschaftler und Studenten. Außerdem dramaturgische Mitarbeit an verschiedenen Theater-, Tanz- und Musikprojekten. Schwerpunkte und Interessengebiete in ihrer Arbeit sind Persönlichkeitsentwicklung, Motivationsstrategien und Ressourcenaktivierung, Selbstwert und Selbstempathie, lebensphilosophische Fragestellungen und existentielle Themen.

Fabian Obermeier ist Psychologe und arbeitet seit 2019 für die Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland. Er absolvierte zunächst ein Bachelorstudium in Trainingswissenschaften sowie ein Masterstudium in Sportpsychologie. Daran anschließend folgte ein Studium der Psychologie mit dem Schwerpunkt Rechtspsychologie. Neben seiner Tätigkeit für die Stiftung TANZ befindet er sich aktuell in der Approbationsausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten mit einer Tätigkeit in einer Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie. Außerdem promoviert er als externer Doktorand am Lehrstuhl für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm.

Virginia Eckleben absolvierte ihre Ballettausbildung an der renommierten Staatlichen Ballettschule Berlin und der Konservatorium Wien Privatuniversität. Als Showtänzerin wirkte sie in mehr als 100 TV-Shows für Sender wie ADR, ORF, ZDF, SWR und Pro7 mit und war festes Ensemblemitglied des MDR Deutschen Fernsehballetts. Zu ihren weiteren Engagements zählen Arena-Tourneen, wie „Tabaluga und die Zeichen der Zeit“ sowie „Lang lebe die Freundschaft“ mit Peter Maffay, Stadion-Tourneen mit Florian Silbereisen und zahlreiche Musikvideos. Im Jahr 2021 gehörte Virginia zum Tanzensemble der ZDF-Produktion und Erfolgsserie “Der Palast“, die pro Folge 6,5 Millionen Zuschauer*innen erreichte.
Seit 2017 befindet sich Virginia im Prozess ihrer beruflichen Neuorientierung. Sie wird demnächst ihr Masterstudium in Klinischer Psychologie und Psychotherapie an der Freien Universität Berlin abschließen. Diese einzigartige Kombination aus ihrer eigenen tänzerischen Erfahrung und ihrem psychologischen Fachwissen möchte sie nutzen, um andere Tänzer*innen während ihrer Transition zu unterstützen.
Kuratorium
John Neumeier, Vorsitzender
Seit 1973 ist John Neumeier Direktor und Chefchoreograf des HAMBURG BALLETT, seit 1996 zudem Ballettintendant. Seinen ersten Tanzunterricht erhielt er in seiner Heimat-stadt Milwaukee/Wisconsin, wo er bereits frühe Choreografien kreierte, und studierte dann Ballett in Kopenhagen sowie an der Royal Ballet School in London. 1963 wurde er Ensemblemitglied des Stuttgarter Balletts, wo er bis zum Solisten aufstieg. 1969 wurde er zunächst Ballettdirektor in Frankfurt.
Unter Neumeiers Leitung entwickelte sich das HAMBURG BALLETT zu einer der führenden Compagnien weltweit. Sein breit gefächertes Œuvre reicht von der zeitgemäßen Auseinandersetzung mit dem Handlungsballett bis hin zu sinfonischen und sakralen Choreografien. Seine jüngsten Ballette, »Le Pavillon d’Armide« und »Orpheus«, wurden 2009 uraufgeführt. Als Gastchoreograf arbeitete er bereits mit zahlreichen Compagnien zusammen, darunter dem Royal Ballet in London, den Staatsballetten in Wien, München und Dresden, sowie dem Ballett der Pariser Oper, dem Tokyo Ballet und dem National Ballet of Canada. Er ist Ritter der französischen Legion d’Honneur (2003) und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den »Herbert von Karajan Musikpreis« (2007), die Ehrenbürgerschaft der Stadt Hamburg (2007) und den »Deutschen Jubiläums-Tanzpreis« (2008).
Adil Laraki, stellv. Vorsitzender
Geboren 1963 in Settat/Marokko, zwei Kinder
Er studierte Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Theater Hannover und schloss 1983 sein Studium mit Diplom ab. Es folgten Engagements am Staatstheater Hannover und beim Essener Ballett, wo er Choreographien unter anderem von Balanchine, Van Manen, Ashton Tetley, Joos, Cullberg und Cranko tanzte.
Von 1985 bis 1993 war er Ensemblevertreter des Essener Balletts. Seit 1988 ist er Vorsitzender Lokalverbandes Essen der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger (GDBA). Von 1988 bis 1992 Beisitzer und Gruppenrat Tanz und von 1992 bis 2003 Beisitzer und Gruppenrat Ausstattung, Technik und Verwaltung im GDBA Landesverbandsvorstand NRW. Seit Oktober 2003 GDBA-Landesverbandsvorsitzender NRW. Seit 1995 Beisitzer am Bühnenschiedsgericht. Seit 1990 Betriebsratsmitglied, ab 1994 freigestelltes Betriebsrats-mitglied und seit 2002 Betriebsratsvorsitzender der Theater & Philharmonie Essen GmbH. Seit 1999 ist er Aufsichtsratsmitglied und ab 2001 Mitglied in Findungskommission des Aufsichtsrates der Theater & Philharmonie.
Dr. Cornelia Dümcke, stellv. Vorsitzende
ist Kulturökonomin und arbeitet als Projektentwicklerin, Autorin und Moderatorin. Sie ist Gründerin von CULTURE CONCEPTS – einer unabhängigen Organisation mit Sitz in Berlin, welche eigene Initiativen entwickelt sowie Beratungen anbietet für Akteure aus dem Bereich der Kultur- und Entwicklungspolitik (www.cultureconcepts.de). Cornelia Dümcke hat zahlreiche Publikationen zu diversen Bereichen der Kreativ- und Kulturwirtschaft in Deutschland und in Europa veröffentlicht, u.a. zur Kreativwirtschaft in der Ukraine. Sie ist Autorin der Studie “TRANSITION Zentrum TANZ in Deutschland. Projektstudie zur Modellentwicklung“ (2008) und hat die Gründung der „STIFTUNG TANZ. Transition Zentrum Deutschland“ mit vorangetrieben. 2017 wurde sie für das Internationale Theaterinstitut (ITI) als Beobachterin im Zwischenstaatlichen Ausschuss für kulturelle Vielfalt der UNESCO ernannt. Sie ist im Auftrag des ITI Co-Autorin diverser Berichte der Zivilgesellschaft zur Umsetzung der 2005er UNESCO Konvention zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Sie hat Vorträge an Orten weltweit gehalten, von Berlin, Barcelona, Brüssel, Kiew, Paris bis Shanghai. 2020 wurde Cornelia Dümcke zur wissenschaftlichen Koordinatorin des Europäischen Netzwerks für Kultur der Europäischen Kommission ernannt (EENC 2020-2022, www.eenc.eu/en ).
Claudia Schmitz
1970 geboren, hat an der Universität Trier Rechtswissenschaften studiert.
Nach dem 2. Juristischen Staatsexamen war sie von 1996 bis 2000 am Nationaltheater Mannheim als Referentin des Generalintendanten tätig und leitete anschließend von 2000 bis 2002 das Künstlerische Betriebsbüro am Musiktheater der Theater und Philharmonie Essen.
Von 2002 bis 2006 war sie als Verwaltungs- und Organisationsleiterin mitverantwortlich für die Gründung des JES – Junges Ensemble Stuttgart. Im Anschluss daran war sie von 2006 bis 2011 als Verwaltungsdirektorin und Geschäftsführerin des Deutschen Theaters in Göttingen tätig, bevor sie 2011 als Verwaltungsdirektorin und stellvertretende Generalintendantin an das Staatstheater Braunschweig wechselte. Ab der Spielzeit 2016/17 war sie als Kaufmännische Geschäftsführerin am Düsseldorfer Schauspielhaus tätig. In ihren Verantwortungsbereich fiel dort auch die umfassende Sanierung des Schauspielhauses. Schmitz ist Mitglied des Pearle* Executive Committee und Sprecherin des Rates für darstellende Kunst und Tanz im Deutschen Kulturrat.
Seit dem 1. Januar 2022 ist Claudia Schmitz Geschäftsführende Direktorin des Deutschen Bühnenvereins – Bundesverband der Theater und Orchester.
Gunnar Betram
absolvierte nach seinem Abitur 1983 zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Im Anschluss daran folgte der Abschluss zum Diplom-Kaufmann an der Universität Köln, bevor er verschiedene Stationen der Volksbank zur Weiterqualifizierung durchlief. Ab 1992 war er bei der Volksbank Bad Oeyhnhausen sowohl als Firmenkundenberater tätig als auch am Aufbau der Controllingabteilung sowie der betriebswirtschaftlichen Abteilung beteiligt. Nach Vorstandsmitgliedschaften bei der Volksbank Essen AG sowie der Geno-Volks-Bank Essen AG ist er nun seit dem Jahr 2000 Vorstandsmitglied der Volksbank Chemnitz eG, wo er seit 2018 auch den Vorsitz innehat.
Susanne Bunke
erhielt an der Staatlichen Ballettschule Berlin ihre achtjährige Ausbildung zur Bühnentänzerin. Von 1985 bis 1990 war sie Tänzerin an der Staatsoper Berlin. Sie studierte danach Rechtswissenschaften an der Humboldt Universität zu Berlin und war Referendarin am Kammergericht Berlin. Ab 1999 arbeitete sie als Richterin am Arbeitsgericht Berlin. 2007 wechselte sie an das Bundesministerium der Justiz, in dem sie heute als Unterabteilungsleiterin in der Rechtspflegeabteilung wirkt.
Prof. Jan Broecks Broeckx
absolvierte seine tänzerische Ausbildung an der Königlichen Ballettschule in Antwerpen, basierend auf der Waganowa-Methode.
Als 17-Jähriger gewann er 1979 den Prix de Lausanne. Gleich anschließend bekam er Angebote und Verträge als Erster Solist von 1978 bis 1986 beim Ballett von Flandern und von 1981 bis 1985 an der Deutschen Oper Berlin. In diese Periode arbeitete er sehr viel mit Peter Schaufuss, Dina Björn und Patricia Neary zusammen. 1986 wechselte er zum Bayerischen Staatsballett München, unter der Leitung von Ronald Hynd. Darüber hinaus trat er als Gast- und Startänzer u. a. beim London Festival Ballet, an der Mailänder Scala und beim Het Nationale Ballet Amsterdam auf. Roland Petit sah ihn 1982 in Berlin tanzen und bat ihn, erst als Gast und später als Danseur Étoile, dem Ballet National de Marseille beizutreten. Seine Ausbildung als Tänzer, Pädagoge und Choreografischer Assistent befähigte ihn später zu Jury-Mitgliedschaften bei internationalen Ballett-Wettbewerben.
Seit 1. Oktober 2010 führt Jan Broeckx als Leiter die Ballett-Akademie der Hochschule für Musik und Theater München

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Gabriele Brandstetter
Dr. Tobias Almasi
Tobias Almasi wuchs in der Nähe von Siegen auf und wurde an der Ballettschule Carrasz und bei Yvonne C. Vendrig ausgebildet. Es folgten Engagements am Staatstheater Schwerin und Oper Halle. Mehrere Verletzung und Reha-Maßnahmen haben ihn dazu inspiriert Humanmedizin zu studieren. Inspiriert von der Arbeit von Frau Dr. Elisabeth Exner-Grave am Medicos auf Schalke beschloss er 2014 mit Unterstützung der Stiftung TANZ Humanmedizin an der Berliner Charité zu studieren, ein Modellstudiengang mit 14 Semester. Im Februar 2025 promovierte er an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main mit seiner Arbeit Das körperliche Idealbild im Tanz ist kein absolutes. Er arbeitet als Arzt an einer Unfallklinik in Berlin.
Heather Jurgensen
wurde geboren in Detroit, Michigan. Ihren ersten Ballettunterricht erhielt sie bei Marcia Dale Weary in Carlisle, Pennsylvania. Mit sechzehn begann sie ihre Ausbildung an der School of American Ballet in New York. Sie wurde Ensemblemitglied des New York City Ballet. Gleichzeitig studierte sie an der Fordham Universität. 1989 begann sie beim Hamburg Ballett, wo sie zur Solistin und Ersten Solistin avancierte. Sie tanzte die große Frauenrollen in John Neumeier’s Balletten wie Ginevra, Ophelia, Julia, Cinderella, Giselle, und erarbeitete mit Neumeier zahlreiche Kreationen wie zum Beispiel die Rolle der Nina in Die Möwe. Heather Jurgensen erhielt den Dr. Wilhelm Oberdörffer Preis und wurde für ihre Interpretation der Kameliendame für den Benois de la Danse nominiert. Sie gastierte auf die großen Bühnen der Welt, Moskau, St. Petersburg, Paris, New York, Wien, Stockholm, Salzburg, und beim renommierten World Ballet Festival in Japan. Nach Beendigung ihre Bühnenlaufbahn in 2007 startete sie ihr Masters Studium für Kultur und Medienmanagement. Seit 2011 ist sie Stellvertretende Ballettdirektorin am Theater Kiel.

Jörg Löwer
arbeitete viele Jahre als Musicaldarsteller und Choreograf. Als Darsteller stand er in kommerziellen Ensuite-Produktionen sowie an zahlreichen Stadttheatern auf der Bühne. Geprägt hat ihn vor allem die Zusammenarbeit mit Helmut Baumann am Bremer Theater. Als Choreograf zeichnete er für Produktionen in den Bereichen Musical und Schauspiel sowie für Kreuzfahrtproduktionen verantwortlich. Nach einer Tätigkeit bei der Kommunikationsagentur fischerAppelt unterstützte er das Team von theapolis.de und arbeitete anschließend als Referent für die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA). Von 2013 bis 2021 war Jörg Löwer Präsident der GDBA. Die Bilanz seiner achtjährigen Präsidentschaft: 50% Mitgliederzuwachs. Tariflich erreichte die GDBA in dieser Zeit wesentliche Verbesserungen im NV Bühne – darunter einen Nichtverlängerungsschutz für Schwangere und Gewerkschaftsobleute sowie erstmals Mindestgagen für Gastverträge. Seit 2022 verantwortet er den Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles (VdO) und ist deren Beauftragter für den Bereich Tanz. Zuletzt wurde Jörg Löwer im Weltverband der Gewerkschaften der darstellenden Künstler*innen FIA zum Sprecher der deutschsprachigen Gruppe gewählt.
Prof. Dr. jur. Oliver Scheytt
ist Inhaber der Personal- und Strategieberatung KULTUREXPERTEN GmbH. Er war von 1993 bis 2009 Kulturdezernent der Stadt Essen. Unter seiner Führung hat sich Essen zu einer „Tanzstadt“ entwickelt. Entscheidenden Anteil hatte er unter anderem an: den ersten Tanzmessen NRW (1994, 1997 und 2000), der baulichen Gestaltung und der Gründung von PACT ZOLLVEREIN und des Tanzinternats am Gymnasium Essen Werden, der Einrichtung des Kurt-Jooss-Preises, dem Folkwang Festival der Künste Tanz etc. Von 2006 bis 2012 war Oliver Scheytt Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH. Er war von 1997 bis 2018 Präsident der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und ist seit 2007 Professor für Kulturpolitik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Ilka Schmalbauch
Nach absolviertem Studium der Rechtswissenschaften, Germanistik und Geschichte an der Universität Regensburg und der Universität zu Köln folgte eine Anstellung beim Deutschen Bühnenverein.Seit 1995 Rechtsanwältin und Referentin des Vorstands des Deutschen Bühnenvereins und seit 1996 dessen Vertreterin in der Mitgliederversammlung des Fonds Darstellende Künste. Ab 2005 war sie stellvertretende Vorsitzende, von 2014 bis 2017 Vorsitzende und seitdem ist sie erneut stellvertretende Vorsitzende des Fonds. Sie leitet seit 1996 die Geschäftsstelle des Rates für darstellende Kunst und Tanz des Deutschen Kulturrates und vertritt den Arbeitgeberverband PEARLE* und den Deutschen Bühnenverein im Sozialen Dialog der Europäischen Union. Autorin des Kommentars „Bühnen- und Orchesterrecht“. Vorsitzende des Fonds Darstellende Künste.
Prof. Dr. Ralf Stabel
ist Tanzhistoriker und Tanzpublizist. Von 1986-1991 absolvierte er das Studium der Choreografie und Theaterwissenschaft an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig, und wurde Diplom-Theaterwissenschaftler mit der Spezialisierung Tanzwissenschaft.
Er promovierte an der Universität Bremen zum Thema: Einfluss von Politik auf die Strukturen und Inhalte von Tanzausbildung. Seit 1995 lehrt er als Tanzwissenschaftler in verschiedenen Professuren für Tanzdramaturgie und Tanzgeschichte an der Palucca Schule Dresden und der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Von 2003-2007 war er Stellvertretender Künstlerischer Leiter der Fachrichtung Bühnentanz der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik und seit 2007 ist er Leiter der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik. Bei Henschel sind bisher von ihm Biografien über Gret Palucca und Alexander von Swaine erschienen. Er hat die „Briefe über die Tanzkunst“ von Jean Georges Noverre in heutigem Deutsch neu herausgegeben und mit seinem Buch „IM Tänzer“ (Schott) die Verstrickung von Tanz und Geheimdienst in der DDR öffentlich gemacht.
Simone Willeit
Simone Willeit studierte zeitgenössischen Tanz und Choreographie in London und NY. Sie arbeitete mit zahlreichen Choreographen in den USA und Europa und zeigte ihre eigenen Arbeiten u. a. in Spanien, Deutschland und Italien. Im Bereich Dramaturgie und Produktion war sie für verschiedene Festivals und Tanzkompanien tätig. Begleitend studierte sie Theater- und Kulturwissenschaft an der HU Berlin und war bis 2008 wissenschaftliche Hilfskraft des DFG-Projektes „Tanz und Wissen“ von Frau Dr. Huschka an der FU Berlin. Seit 2008 leitet sie gemeinsam mit Silvia Schober das Tanzbüro Berlin.
Tanzbüro Berlin
Das Tanzbüro Berlin initiiert und begleitet Projekte zur Verbesserung der Ausbildungs- und Produktionsbedingungen innerhalb der Sparte Tanz. Es fördert Vernetzung von Künstlern, Entscheidungsträgern und Publikum und bietet Tanzschaffenden konkrete Beratung & Information zu sämtlichen strukturellen Fragen. Zudem ist das Tanzbüro Berlin kontinuierlicher Dialogpartner der Politik, der Kulturverwaltung, Vertreter anderer Sparten und internationaler Gäste sowie Motor für die Herstellung einer möglichst breiten Öffentlichkeit für den Tanz in Berlin (Magazin tanzraumberlin, mapping dance berlin, der tanzcard, www.tanzraumberlin.de). Das Tanzbüro Berlin wird getragen vom Verein Zeitgenössischer Tanz Berlin und kooperiert eng mit dem Netzwerk TanzRaumBerlin.
Ehrenmitglieder des Kuratorium:
Wolf Mirus,
Jahrgang 1937, zunächst Ausbildung und Tätigkeit im kaufmännischen Bereich, später Studium der Sozialpädagogik und mehrjährige Arbeit in der Justiz; dann Abitur und Studium der Psychologie mit Schwerpunkt Betrieb- und Organisationspsychologie. Anschließend in leitender Position in der Bayerischen Justiz, dadurch vertraut mit Verwaltungs- und Behördendenken. Viele Jahre ehrenamtliche Vorstandsarbeit in gemeinnützigen Vereinigungen, überwiegend im Hospizbereich. Er hat den Tanz erst relativ spät entdeckt und ist begeisterten Fan des Tanzes geworden – klassisch, modern oder Tanztheater. Nach seiner Pensionierung 2002 tätig als Psychotherapeut, und Supervisor.
Nele Hertling
Wurde am 23. Februar 1934 in Berlin geboren und studierte 1953-58 Germanistik und Theaterwissenschaften an der Philosophischen Fakultät der Humboldt-Universität Berlin. Im Anschluss war sie als freischaffende Künstlerin für Rundfunk und Theater tätig. Nach einjährigem Aufenthalt in London wurde sie ab 1962 Sekretär der Akademie der Künste in den Abteilungen Musik und Darstellende Kunst, und seit 1974 zusätzlich Senatssekretär. 1987 übernahm sie die Leitung der Werkstatt Berlin zur Erarbeitung des Programms für Berlin-Kulturhauptstadt Europas 1988. 1989 kam es zur Gründung des Hebbel-Theaters, deren Intendanz sie bis 2003 innehatte. 2003-2006 war sie Direktorin des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Seit 1998 ist sie Mitglied der Akademie der Künste, 2001 bis 2006 Stellvertretende Direktorin der Sektion Darstellende Kunst und von 2006 bis 2015 Vizepräsidentin der Akademie der Künste sowohl wie seit 2017 Direktorin der Sektion Darstellende Künste. Nele Hertling hat für ihr Lebenswerks zahlreiche Auszeichnungen erhalten so den Verdienstorden des Landes Berlin, Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres, Frankreich, das Bundesverdienstkreuz und Verdienstkreuz 1. Klasse, den Deutschen Tanzpreis und Insignien eines Offiziers im Orden für Kunst und Literatur.
Rolf Hunck,
der Sohn eines Kapitäns hat seinen Berufsweg 1963 in der Filiale Eppendorf begonnen, war seit 1993 Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank Hamburg und gehörte außerdem dem Leitungsgremium für das gesamte Geschäft mit vermögenden Privatkunden in Deutschland. Insgesamt war er 46 Jahre bei der Deutschen Bank tätig. Seine letzte Position vor seiner Pensionierung war Vice-Chairman PWM Deutschland. Einer seiner berühmtesten Kunden war Altbundeskanzler Helmut Schmidt.
Rolf Hunck hält nicht weniger als 13 Mandate bei Stiftungen und gemeinnützigen Einrichtungen. Bei der Hartog-Stiftung ist er der Vorstandsvorsitzende, außerdem sitzt er im Vorstand des Freundeskreises Elbphilharmonie + Laeiszhalle, im Stiftungsrat der Kühne-Stiftung und im Beirat von Children for Tomorrow, einer von der Tennislegende Steffi Graf gegründeten Stiftung, die sich für traumatisierte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten einsetzt. Rolf Hunck begleitete die Stiftungsgründung von Anfang an.









