Geschichte

‘Transition’ ist im Berufsleben von Bühnentänzern unvermeidlich. Tänzerinnen und Tänzer müssen sich, im Unterschied zu vielen anderen Berufsgruppen, nach einer relativ kurzen aktiven Zeit auf der Bühne beruflich neu orientieren. Jeder professionelle Tänzer wird daher mit Umschulung und Weiterbildung (Transition) konfrontiert.

Tanzen ist mehr als nur ein Job. Für einen Tänzer bedeutet sein Beruf: Berufung. Er definiert sein Leben und seine Person über das Tanzen. Die frühe Ausbildung vom Kindesalter an, die körperlichen Höchstleitungen und die Intensität des Tanzens bestimmen ganz und gar den künstlerischen Alltag des Tänzers und bieten nur geringe Möglichkeiten einer frühzeitigen Orientierung auf einen zweiten Beruf.
Und so bestimmen während und am Ende der Karriere oft Zweifel, Unsicherheit und oft große Leere das Leben des Tänzers. Was kommt danach? Wer hilft im Dschungel der Institutionen und Paragraphen? Wo gibt es Hilfe, Unterstützung, Begleitung, Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für einen erfolgreichen Transition-Prozess? Wo gibt es Hilfe bei tanzbedingten sozialen Härten und Altersarmut? Wie lässt sich als freischaffender Künstler, der oft nicht einmal vom Sozialversicherungssystem erfasst ist, eine berufliche Neuorientierung finanzieren? Wie lässt sich ein Studium finanzieren?

Den Bedarf erkennend initiierte die AG ‚Transition und soziale Aspekte‘ des Dachverbandes Tanz- Ständige Konferenz e.V. und der Ballett- und Tanztheaterdirektorenkonferenz (BBTK), unterstützt vom Fonds Darstellende Künste e.V., eine Projektstudie „Modellentwicklung Transition Zentrum Tanz Deutschland“ zur Ermittlung des Bedarfs zur Gründung eines Transition Zentrums für den professionellen Tanz in Deutschland (erschienen im März 2008, Abruf unter www.dachverband-tanz.de.

Als nächster Schritt der Gründungsinitiative erfolgte mit Unterstützung von Tanzplan Deutschland, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes, ein Workshop mit den für Transition relevanten Ministerien und Institutionen. Damit nahm die Initiative eine Handlungsempfehlung der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland’ auf, die mit Bezug auf die Studie dem Bund und den Ländern empfiehlt, „Tänzer während und nach der Tanzkarriere durch die Errichtung einer entsprechenden Stiftung TRANSITION auf der Grundlage der Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Transition und soziale Aspekte“ zu unterstützen.“ (BT-D.16/7000, S. 321)

Die Stiftung TANZ – Transition Zentrum Deutschland wurde am 19. Januar 2010 mit privaten Mitteln gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.

Dem Vorstand und Kuratorium gehören Persönlichkeiten aus den Bereichen Tanz, Kunst, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft an.
Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung ist John Neumeier, Ballettdirektor und Chefchoreograph des Hamburg Ballett.